Welche Voraussetzungen sollte ein Dach zur Installation einer PV Anlage mitbringen?
Welche Voraussetzungen sollte ein Dach zur Installation einer PV Anlage mitbringen?
Ein Dach benötigt für die Installation einer Photovoltaik-Anlage im Wesentlichen zwei Voraussetzungen:
die richtige Neigung, Ausrichtung und Verschattungsfreiheit, um einen ausreichenden Lichteinfall zu gewährleisten
eine stabile Konstruktion
Diese Bedingungen wollen wir uns im Detail anschauen.
Neigung, Ausrichtung, Verschattungsfreiheit
Sollte der Schatten großer Bäume auf das Dach fallen, ist zu überlegen, ob entweder Bäume gelichtet oder gar gefällt werden können (wenn das juristisch möglich und gewollt ist) oder sich die Solaranlage unter Umständen nicht lohnt. Dasselbe betrifft die Ausrichtung des Daches: Sie sollte an der Stelle, wo die Solaranlage installiert wird, nach Süden, Südosten oder Südwesten weisen. Eine Ausrichtung nach Norden bringt definitiv nichts. Die Ausrichtung nach Süden gilt als ideal, Abweichungen mindern den Solarertrag mehr oder minder stark je nach Grad der Abweichung. Die Abweichung wird als Azimut bezeichnet. Sie kann theoretisch bis 90° von Süden betragen. Das wäre eine Ausrichtung entweder genau nach Osten oder genau nach Westen. Der Solarertrag ist dann nicht mehr sehr hoch, aber die Anlage lohnt sich noch. Sollte das Dach auf der einen Seite genau nach Osten, auf der anderen Seite genau nach Westen ausgerichtet sein, empfiehlt sich bei nur einseitiger Solareindeckung eher die Westseite, weil die Abendsonne etwas mehr Ertrag als die Morgensonne bringt. Die ideale Ausrichtung ist Süden, die ideale Dachneigung beträgt 32°. In diesem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass es PV-Nutzer gibt, die mit einer Südwest-Ausrichtung (Azimut ~45°) größere Erträge als ihr Nachbar mit der reinen Südausrichtung erzielen. Das liegt an der oft zu starken Erwärmung der Solarmodule bei reiner Südausrichtung. Sie sind bei 25 °C am effizientesten. Moderne Hybridanlagen, bei denen durch die Module eine Wärmewechselflüssigkeit für die Solarthermie fließt, beheben dieses Problem. Zum Neigungswinkel ist anzumerken, dass reine Sommeranlagen wegen des höheren Sonnenstands mit einem Winkel von 22° am effizientesten arbeiten, reine Winteranlagen wiederum (Skihütte) mit einem Winkel von 50°. Auf einem Flachdach können die Module aufgeständert werden, doch dazu ist nicht in jedem Fall zu raten. Sie sind ein starker Windfang.
Stabile Dacheindeckung
Es eignen sich sämtliche Arten von Dächern für PV-Anlagen. Allerdings kommen bei verschiedenen Dächern auch unterschiedliche Befestigungssysteme und Dachhaken zum Einsatz. Das Dach muss so stabil sein, dass in den nächsten 30 Jahren keine Sanierung ansteht. Dächer werden nicht häufiger saniert. Daher lohnt es sich immer, die PV-Anlage mit dem Neubau eines Hauses oder mit einer Dachsanierung zu installieren. Natürlich kann die Anlage auch vor einer Sanierung deinstalliert werden, doch das ist teuer und umständlich. Wer das Dach zuletzt vor rund 20 bis 25 Jahren (oder noch längerer Zeit) saniert hatte, sollte die Dachsanierung vor der Installation der PV-Anlage in Angriff nehmen. Die Statik sollte ein Experte überprüfen. Auch bei einem völlig intakten, erst kürzlich erbauten oder sanierten Dach muss die Unterkonstruktion nicht für eine schwerere Photovoltaikanlage genügen. Es ist dann zu berechnen, wie viele Module dieses Dach trägt. Eine letzte Frage betrifft die Entscheidung zwischen Indach- und Aufdach-Anlage. Beide Varianten haben ihre jeweiligen Vorzüge. Indach-Anlagen integrieren die Photovoltaik ins Dach, was die doppelte Dachversiegelung durch die Module und Ziegel erspart.